Gerd Staschen, Mitbegründer der Hemminger Bürgerstiftung: „Ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu leben, weil Hemmingen zu meiner zweiten Heimat geworden ist.“

Seit wann wohnen Sie bereits in Hemmingen-Westerfeld und warum sind Sie dorthin gezogen?
Seit 1973. Mit ausschlaggebend für die Wahl von Hemmingen war die Nähe zu Hannover, wo ich meine Arbeitsstelle hatte, und wohin ich mit dem Fahrrad fahren konnte. Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen, woanders zu leben, weil Hemmingen zu meiner zweiten Heimat geworden ist und ich die vielen persönlichen Kontakte und Bindungen aus meiner Hemminger Zeit nicht missen möchte.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Hemmingen-Westerfeld?
Wenn man mal von meinem Garten absieht, dann ist es unter anderem die Shinebar am Hemminger Strandbad.

Was schätzen Sie an dem Leben in Hemmingen?
Die kurzen Wege zum Rathaus, zur Post, zu den Ärzten und zum Einkaufen, sodass man in Hemmingen eigentlich kein Auto braucht. Und die Nähe zur Natur, zum  Naherholungsgebiet Leineaue sowie das Hallen- und das Freibad. Außerdem schätze ich sehr die persönlichen Kontakte, die zur Stadtverwaltung und zu den Politikern bestehen.

Gibt es aus Ihrer Sicht etwas zu verbessern?
Ja, das Wohnungsangebot – für alle Geldbeutel – und die Anbindung des Hemminger Radwegenetzes an die hannoverschen Radwege, zum Beispiel mithilfe durchgehender Fahrradstraßen. Sehr wichtig ist auch der Rückbau der B3 in Hemmingen-Westerfeld und Arnum nach der Fertigstellung der neuen Umgehungsstraße.

Sie hatten die Idee, in Hemmingen eine Bürgerstiftung zu gründen, und haben dies 2006 mit mehreren Hemmingern umgesetzt. Was war der Anlass dazu?
Es gab keinen konkreten Anlass, vielmehr hatte einer die Idee, inspiriert auch von der Bürgerstiftung Hannover, die es schon länger gab. Ziel war es, dass Hemminger Bürger andere Hemminger unterstützen. Das haben wir erreicht. Heute unterstützt die Stiftung zahlreiche Projekte unter anderem in den Bereichen Bildung, Kultur und Jugend.

War es schwer, das notwendige Gründungskapital von den Hemminger Bürgern zu bekommen?
Nein, das lief erstaunlich und fast unerwartet gut.

Sind Sie damit zufrieden, wie sich die Bürgerstiftung entwickelt hat?
Ja, am Anfang waren wir alle begeistert, wie viele Hemminger sich spontan mit ehrenamtlicher Arbeit, Ideen, Geldspenden und Zustiftungen beteiligten. Heute läuft die Entwicklung in deutlich ruhigeren Bahnen und wir müssen sehen, dass wir neue Mitstreiter motivieren und aktivieren können.

Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, sich in seinem Wohnort zu engagieren?
Weil das Gemeinwesen umso lebendiger und vielseitiger ist, je mehr sich seine Mitglieder aktiv einbringen in seine Weiterentwicklung zu einer lebendigen und lebenswerten Zivilgesellschaft.